Der Kirksaeter Moderator MC150 – Wer das in Verbindung mit dem Wort „Reparatur“ oder „Service“ hört, sollte sofort die Flucht ins Weite ergreifen.
Damals nannte man es „German Engineering“ – Heute fragt man sich wie eine derartige Konstruktion überhaupt in Masse produziert werden konnte. Vermutlich sind diese Geräte gerade deswegen „Handmade“, da eine Automatisierung der Produktion nur eingeschränkt möglich wäre.
Das Gerät ist so verschachtelt und „heftig“ aufgebaut, dass man den Deckel in der Sekunde wo man ihn abnimmt, direkt wieder rauf geben möchte.


Kontakte von Schalter bzw. Potentiometer wurden teilweise fliegend über Drähte oder Widerstände auf die Platine gelötet. Unendlich viele Kabel und mitten durch geht auch noch der Seilzug der analogen Tunerskala, welcher zusätzlich noch auf ein Potentiometer abgestimmt ist, welches das eigentliche Tuning übernimmt und dann zusätzlich zur analogen Skala auf einem digitalen LED-Anzeigt die eingestellt Frequenz wiedergibt.
Senderspeicher? Hier wurde mit enormem Aufwand getrickst – „Speicher“ gibt es in diesem Sinne keine! Stattdessen haben alle „Senderspeicher“-Schalter ein Potentiometer integriert mit welchen man wiederrum den Sender für jede Station einstellen kann.

Bekannt ist das Gerät auch für die ausgerissenen Chinchbuchsen. Diese haben neben den Lötstellen nämlich absolut keine Montage – es ist also nur eine Frage der Zeit bis man die Buchsen beim ausstecken von der Platine abzieht. Die Buchsen waren leider eine Sonderanfertigung – Ersatz ist nicht mehr zu bekommen.

Die Endstufe besteht aus zwei „Mono-Endstufen“ Module.
Auch die Lautsprecherrelais befinden sich immer jeweils für einen Kanal auf einem Modul – Somit gibt’s für Links und für Rechts jeweils ein eigenes Relais.

Der Kirksaeter hat massive Kontaktprobleme – Schalter (und davon hat er echt viele) setzen aus und verursachen Kratzgeräusche.
Das Teil zu zerlegen ist eine echte Herausforderung, denn neben den Schaltern gehören auch noch die Lautsprecherrelais serviciert.
Dafür müssen die Endstufentransistoren völlig abgebaut werden…
Um anschließend zu den unzähligen Schaltern zu gelangen, muss dann noch das halbe Gerät auseinandergenommen und fliegende Verdrahtung abgelötet werden.




Nach unzähligen Stunden sind die Schalter wieder Einsatzfähig und das Gerät wieder zusammengebaut.
Da sich auf der Rückseite einige meist unverwendete Chinchbuchsen befinden, können diese als Ersatz für wichtige Eingänge (z.B Aux) verwendet werden.

